Widerstandskraft kann man von den Bäumen lernen

Der Verbrauchertäuschung ist der Verbraucherschutz entgegengestellt. Dahingehend gibt es auch positive Entwicklungen, die den Betrug einzudämmen versuchen und den Verbraucher schützen. Eine kurze Chronologie des Verbraucherschutzes vom antiken Rom bis in die Neuzeit.

Im antiken Rom wurden gestempelte Inschriften verwendet, die den Ort der Ölproduktion, Name der Hersteller, Gewicht und Qualität beim Versiegeln angaben. Hier haben diese Inschriften bereits einiges den Etiketten von heute voraus. Nicht alle Etiketten der heutigen Öle halten bei diesem Informationsgehalt mit. Eigenartig, dass die Römer bereits sorgfältiger waren als einige Olivenölproduzenten heute bei denen alles maschinell laufen kann. Gibt es etwas zu verbergen? Gerade dann, wenn erhöhtes Misstrauen beim Verbraucher angebracht ist, stelle ich doch die Transparenz sicher. Das war bei den Römern aber noch nicht alles: Hinzu kam noch der Name der Importeurs. Dann wurde das Olivenöl verschifft oder über den Landweg transportiert. Ein beim Staat angestellter Beamter bestätigte diese Daten. So wurde die Richtigkeit der Daten in der damaligen Zeit gewährleistet. Dies wurde gemacht, um den Betrug mit Olivenöl einzudämmen. Dieses System setzt natürlich objektive Kontrolleure voraus. Diese Objektivität erreicht man durch eine stark ausgebildete Berufsethik, gute Anreize für die Beamten ihren Beruf richtig auszuüben oder durch harte Strafen bei Fehlverhalten.

Harte Strafen zeigten auch Ihre Wirkung auf die Hersteller, die mit Olivenöl arbeiteten: 1618 erließ die Legislative in London ein Gesetz, dass die Bußgelder und Gefängnisstrafen für Seifenhersteller regelte, wenn Sie zur Herstellung noch andere Öle als das von Oliven verwendeten.

Ein weiterer Versuch wurde in den USA 1906 unternommen. Hier kam es zur Verabschiedung des „Pure Food And Drug Act“. Dies ist ein Bundesgesetz zur Sicherung der Reinheit von Nahrung und  Arzneiprodukten zum Schutz der Verbraucher. Die Befugnisse der zuständigen Behörden stiegen, jedoch gingen die Machenschaften der Betrüger weiter. Das zog sich fast hundert Jahre bis 1990 fort, bis die Tests und Inspektionen gestoppt worden sind.

Eine weitere interessante Entstehung ist die „3E“. Sie wurde 2004 gegründet und steht für  „Ethics, Excellence, Economics“ – Der Zweck war die Errichtung eines neuen Premiumstandards: Super Premium. Inhalt waren wesentlich strengere Testverfahren aber die Teilnahme an diesem Programm ist freiwilliger Natur. Wenn jedoch die Anzahl der Teilnehmer weiter steigt wird das freiwillig erzielbare Prädikat „Super Premium“ möglicherweise zum anerkannten Qualitätsstandard.