Immer auf die richtige Etikette achten

Das Etikett auf einer Olivenölflasche kann viel über den Inhalt aussagen. Wenn man die Bedeutung der einzelnen Wörter kennt. So lässt sich das Produkt dann sehr schnell auf einen ersten Blick einschätzen. Fangen wir ganz grob an: Es gibt natives Olivenöl und es gibt natives Olivenöl extra, das qualitativ hochwertiger ist als das „native“.

Hier die EU-Recht, Verordnung (EG) Nr. 1513/2001 zum nativen Olivenöl:

  • Native Olivenöle: Öle, die aus der Frucht des Olivenbaumes ausschließlich durch mechanische oder sonstige physikalische Verfahren unter Bedingungen, die nicht zu einer Verschlechterung des Öls führen, gewonnen wurde und die keine andere Behandlung erfahren haben als Waschen, Dekantieren, Zentrifugieren und Filtrieren […].

Man geht also bei nativem und bei nativem Olivenöl extra davon aus, dass diese Verfahren und keine anderen angewendet worden sind.
Die Anforderung zur Qualitätsstufe „nativ extra“ stellt weitere Forderungen:

  • Für die Qualitätsstufe „Nativ Extra“ muss Olivenöl einen Säuregehalt von unter 0,8% haben und darf keine geschmacklichen Fehlnoten aufweisen.

Jetzt wollen wir das auch überprüfen:
Auf dem Etikett findet man (hoffentlich) auch Daten zum Inhalt der Flasche. Interessant ist hier also der Säuregehalt. Prüfe, wo der Säuregehalt liegt. Jetzt sind die geforderten 0,8% noch sehr hoch für natives Olivenöl extra. Das vereinfacht natürlich auch der Industrieproduktion das Erreichen dieses Werts bei Massenherstellung. Es liegt ja in deren Interesse dem eigenen Olivenöl die höchste Qualitätsstufe auszuweisen, um es besser verkaufen zu können. Dabei muss man wissen, dass der Säuregehalt steigt, je mehr Zeit zwischen Pflücken und Pressen liegt. Und je größer der Betrieb, umso länger dauert tendenziell die Verarbeitung (je nachdem wie viel Kilogramm Oliven auf eine Presse kommen). Allerspätestens sollten Oliven innerhalb der ersten 24 Stunden nach der Ernte gepresst werden, damit es aromatisch und unverdorben bleibt.

Ein Tipp: Experten sagen, dass richtig gutes Olivenöl ein Säuregehalt unter 0,4% besitzt.

Jetzt habe ich die ganze Zeit von Pressung gesprochen. Auf den Etiketten steht oft „kaltgepresst“. Das ist noch ein Ausdruck aus der Zeit, als tatsächlich die Oliven mechanisch „gepresst“ worden sind. Die meisten Betriebe heutzutage zentrifugieren die Oliven, um das Öl zu gewinnen. „Kaltgepresst“ besagt dabei, dass diese Ölextraktion, egal, ob durch Presse oder Zentrifuge, bei unter 27°C passiert. Das ist wichtig, damit keine Aromen verloren gehen. Es ist also ein relevantes Wort mit Bezug auf die Qualität des Olivenöls.

Zusammengefasst sollte man also darauf achten, dass man natives Olivenöl „extra“ kauft, der Säuregehalt unter 0,4% liegt und der Ausdruck „kaltgepresst“ auf dem Etikett zu finden ist.