Brennende Gesundheit

Olivenöl mal als Entzündungshemmer. Dazu gibt es eine schöne Anekdote:
Ich weiß nicht, wer das schon einmal gemacht hat, aber in Griechenland zum Beispiel ist es durchaus üblich am Tag einen Teelöffel pures Olivenöl zu trinken. Der ein oder andere mag sich bei dem Gedanken schütteln. Aber wie beim Wein oder beim Bier ist auch da das erste Gläschen ein wenig befremdlich. Wenn man sich entscheidet einen kleinen Schluck pures Olivenöl mal einzunehmen, bitte darauf achten: Bei gutem Olivenöl verspürt man eine Schärfe im Rachen im Nachgang. Diese Schärfe ist eigentlich sogar gesetzlich für gutes Olivenöl vorgeschrieben.
Diese Schärfe kam dem Biopsychologen Gary Beauchamp bekannt vor, als er an einer Olivenölverkostung teilnahm. Es ist kein Brennen wie beim Essen einer scharfen Paprika, sondern ist es nach seiner Beschreibung eine andere Wahrnehmung, die ihm dennoch bekannt vorkam. Im Rahmen einer Studie nämlich nahm er einmal Ibuprofen ein, musste diese Tabletten tatsächlich kauen und hatte einen verblüffend ähnlichen Eindruck. Dieses Ereignis war für ihn so interessant, dass er dem nachging. Er musste einiges an Aufwand hineinstecken, um den Stoff im Olivenöl auszumachen, der für das Brennen zuständig war. Am Ende war es der gleiche Bestandteil, der auch Ibuprofen seine Wirkung entfaltete. Dieser Wirkstoff ist ein zentraler Bestandteil von den Ibuprofentabletten und wirkt entzündungshemmend. Den Wirkstoff nannte Beauchamp „Oleocanthal“. Ein Wort, dass sich unter Anderem aus Öl und brennen zusammensetzte. Wenn ein Olivenöl also nicht in der Kehle brennt, besitzt es nur einen geringen Anteil Oleocanthal.

Das Brennen ist also ein Merkmal der entzündungshemmenden Wirkung von Olivenöl.